7 ERFOLGSFAKTOREN MENSCHENRECHTLICHER SORGFALTSPFLICHT

 

 

Erfahrungen aus der Praxis für eine gelungene Umsetzung

Der Prozess zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht in Unternehmen (Human Rights Due Diligence) ist weder einheitlich definiert noch klar vorgegeben. Auf Basis unserer Projekte und Praxiserfahrung haben wir sieben Erfolgsfaktoren zusammengetragen, die Sie für eine gelungene Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht bedenken sollten.

Dieses Whitepaper gibt u.a. Antworten auf folgende Fragen:

  • Warum ist eine klare Positionierung des Unternehmens zu Menschenrechten so wichtig?
  • Welche essentiellen Perspektiven müssen bei einer menschenrechtlichen Risikoanalyse beachtet werden?
  • Welche Vorteile bringt es, bei der Umsetzung von Maßnahmen auch auf Kooperationen zu setzen?
  • Wie können die menschenrechtlichen Anforderungen in bestehende Strukturen integriert werden?

Unser Whitepaper gibt hilfreiche Tipps zur Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfalt gemäß dem Nationalen Aktionsplans „Wirtschaft und Menschenrechte“ (NAP):

Kernelemente-des-Nationalen-Aktionsplans-NAP

Überblick | Die 7 Erfolgsfaktoren für eine gelungene Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht

 

1 | Eine klare Positionierung des Unternehmens zum Thema Menschenrechte entwickeln

Die Umsetzung einer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht betrifft alle Geschäftsbereiche und erfordert interne Informationen und Ressourcen. Hier gilt es, frühzeitig eine breite Kooperationsbereitschaft sicherzustellen. Bei der Definition von Maßnahmen bzw. der Anpassung bestehender Prozesse zur besseren Berücksichtigung von Menschenrechten ergeben sich teilweise Konflikte mit anderen Unternehmenszielen, die nicht leicht zu lösen sind. Allein aufgrund dieses Aspektes ist es essentiell, dass die Unternehmensleitung frühzeitig eingebunden wird und sie die Umsetzung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht mit Ressourcen ausstattet und aktiv unterstützt.

 

2 | Die menschenrechtliche Risikoanalyse nutzen, um zunächst die gesamte Geschäftstätigkeit in den Blick zu nehmen

Oftmals liegt der Fokus von menschenrechtsbezogenen Aktivitäten eines Unternehmens auf der Lieferkette, da dort die schwerwiegendsten Menschenrechtsverletzungen vermutet werden. Eigene Unternehmensprozesse mit Auswirkungen, z.B. auf umliegende Gemeinden an eigenen Standorten oder auf nachgelagerte Geschäftspartner*innen, werden bei der menschenrechtlichen Risikoanalyse häufig vernachlässigt. Potenzielle oder tatsächliche negative Auswirkungen, für die ein Unternehmen direkt verantwortlich ist, werden bei einer reinen Betrachtung von Lieferkettenrisiken ausgeklammert. Eine Fokussierung auf die Lieferkette ist ein von vielen Unternehmen aktuell gewähltes, pragmatisches Vorgehen. Dies sollte aber allenfalls der Startpunkt sein, da auch in eigenen Niederlassungen und durch eigene Fertigungsstätten Menschenrechte schwerwiegend und unmittelbar beeinträchtigt werden können. Wir empfehlen bei der menschenrechtlichen Risikoanalyse die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick zu nehmen und zunächst alle Risikobereiche zu betrachten.

 

Systematisierung der Menschenrechts-Themen nach Wertschöpfungsstufen – mögliche Dimensionen für unternehmerische Verantwortung:

Systematisierung der Menschenrechts-Themen nach Wertschöpfungsstufen

3 | Eine Priorisierung nach „Schwere der Auswirkung“ und „Verbindung zum Unternehmen“ durchführen

Jedes Unternehmen ist aufgerufen, durch Maßnahmen potenzielle negative Auswirkungen auf Menschenrechte bestenfalls zu vermeiden oder mindestens zu verringern. Um Ressourcen auf die dringlichsten Herausforderungen zu lenken, muss und darf ein Unternehmen Risiken priorisieren und schwerwiegende Menschenrechtsthemen den Vortritt vor anderen geben. Ein schlüssiges Konzept für die Priorisierung unterscheidet zwei Dimensionen: Die Schwere der (potenziellen) Auswirkung und die Verbindung zum Unternehmen.

 

menschenrechtliche Risikoanalyse

4 | Aktiv Maßnahmen zur Verbesserung für menschenrechtliche Sorgfalt angehen und auf Kooperation setzen

Die UN Guiding Principles for Business and Human Rights stellen unmissverständlich klar: Wenn ein Unternehmen tatsächlich oder potenziell zu einer negativen Auswirkung auf Menschenrechte beiträgt, muss es die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seinen Beitrag bestenfalls zu beenden und mindestens zu mildern. Darüber hinaus sollte Einfluss genommen werden, um bei den weiteren beitragenden Stakeholdern einen positiven Wandel herbeizuführen. Es ist unserer Erfahrung nach erforderlich, intensiver mit ausgewählten Partnern zusammenzuarbeiten, um z.B. mit Hilfestellungen und im Rahmen längerfristiger Trainingsprogramme Kenntnisse zur Relevanz und zum Mehrwert des Managements von Arbeitsbedingungen bei den Geschäftspartnern zu etablieren.

 

5 | Bei der Integration der menschenrechtlichen Sorgfalt in Unternehmensprozesse bestehende Strukturen nutzen

Beim Aufsetzen eines menschenrechtlichen Sorgfaltsprozesses im Unternehmen sollte auf die bestehenden Managementsysteme und -prozesse aufgesetzt werden. Wenn der Prozess zur menschenrechtlichen Sorgfalt als zusätzliches, von anderen Systemen isoliertes, Managementsystem entworfen wird, wird der Prozess nicht „gelebt“ werden. Er wird als zusätzliche, formale Belastung empfunden. Meist ist es zielführender, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in bestehende Systeme und Prozesse, beispielsweise im Lieferkettenmanagement, im Einkauf und im Compliance-Management zu integrieren. 

 

6 | Im gezielten Dialog mit Experten und potentiell Betroffenen wertvolle Erkenntnisse gewinnen

Manche Unternehmen führen die Risiko- oder Impactanalyse allein durch eigene Mitarbeiter*innen durch. Mitarbeiter*innen agieren jedoch in vorgegeben Handlungs- und Denkmustern, was die Gefahr für blinde Flecke in sich birgt. Zudem ist das Thema Menschenrechte und die Integration der menschenrechtlichen Sorgfalt in bestehende Managementprozesse komplex und kann von einigen wenigen Mitarbeiter*innen nicht umfassend abgebildet werden. Selbst die VN-Leitprinzipien fordern, dass Unternehmen sich den Rat von externen Expert*innen einholen. 

 

7 | Menschenrechtliche Sorgfalt als Entwicklungsprozess begreifen und implementieren

Das Thema menschenrechtliche Sorgfaltspflicht sollte als ein stetiger Entwicklungsprozess verstanden und gelebt werden. Es ist nicht sinnvoll, das Thema einmal intensiv zu bearbeiten, um dann Erkenntnisse als „feststehende Fakten“ zu verstehen und zu adressieren. Denn zum einen ändert sich die menschenrechtliche Risikolandschaft im Verlaufe der Zeit und zum anderen würde ein gleichzeitiges Priorisieren und Adressieren aller menschenrechtlichen Herausforderungen jedes Unternehmen überfordern. Als iterativer Prozess sollte die Menschenrechtsstrategie stetig überprüft, verbessert und ausgeweitet werden. Dies bedeutet gleichzeitig, dass zu Anfang eine perfekte Grundsatzerklärung, Risikoanalyse oder vollumfängliche Maßnahmenableitung nahezu unmöglich ist.

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