NACHHALTIGES LIEFERKETTENMANAGEMENT IN DER PRAXIS

 

Erfahrungen und Tipps für eine nachhaltigere Lieferkette

Beschaffung und Lieferkettenmanagement sind eine zentrale Nachhaltigkeitsanforderung für Unternehmen. Jedoch ist ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement besonders für klein und mittelständische Unternehmen (KMU) herausfordernd.

  • Welche Spielräume, aber auch welche Grenzen, besitzt ein kleines Unternehmen gegenüber Lieferanten?
  • Was sind geeignete erste Schritte? Was ist realistisch?
  • Welche Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sind wesentlich?
  • Wie können Einkauf, Lieferanten, Geschäftspartner eingebunden werden?
  • Wie können geeignete Informationen von Lieferanten eingeholt werden?

Die von adelphi und Systain zusammen erarbeitete Praxisbroschüre stellt Lernerfahrungen, Praxistipps und konkrete Handlungsanleitungen zusammen. Es werden Best-Practice Beispiele von 12 KMUs aus unterschiedlichsten Branchen vorgestellt. Die Hilfestellung soll erste Schritte erleichtern und Impulse für eigene Maßnahmen schaffen.

 

 

Die Praxisbroschüre gliedert sich entlang der folgenden vier Handlungsfelder:

1 | Einkauf – Der Einkauf als Schlüssel für nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Nachhaltiges Lieferkettenmanagement heißt zuerst, das Thema in den Einkaufs- und Beschaffungsprozessen zu verankern. Das heißt beispielsweise, Nachhaltigkeitskriterien in die Lieferantenauswahl und -bewertung aufzunehmen. Das kann vom Nachweis über ein Umweltmanagement bis zu detaillierten Anforderungen zu einzelnen Themen wie etwa Abfall, Recycling, Klimaschutz, Einsatz kritischer Chemikalien reichen. Ebenso können Anforderungen in Rahmenverträgen und in einem Lieferantenkodex verankert werden. Damit signalisieren Sie dem Lieferanten unmissverständlich, dass ökologische und soziale Standards Voraussetzung der Geschäftsbeziehung mit Ihrem Unternehmen sind.

 

2 | Lieferanten – Fordern und fördern

Die Verpflichtung auf Nachhaltigkeit beim Zustandekommen der Lieferbeziehung ist der erste Schritt. Als nächster Schritt ist die Einbindung von Nachhaltigkeitsaspekten in das Lieferantenmanagement erforderlich. Das sind vor allem Maßnahmen zur Lieferantenentwicklung, insbesondere Qualifizierungsmaßnahmen. Das kann auf unterschiedlichste Weise erfolgen, zum Beispiel durch Lieferantenworkshops, Beratung von Lieferanten, Hilfestellungen. Lieferantenbesuche und -gespräche können genutzt werden, um sich regelmäßig zum Thema auszutauschen.

3 | Lieferkette – Transparenz und Nachhaltigkeit bis zum Ursprung

Der Aufbau nachhaltiger Lieferketten geht über die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten hinaus. Während mit dem Lieferanten vertragliche Beziehungen bestehen, sind dessen Vorlieferanten meist außerhalb Ihres Einflussbereiches. Um nachhaltige Lieferketten zu schaffen, können Sie auf Zertifikate zurückgreifen, die die Wertschöpfungskette vom Rohstoff bis zum Endprodukt abdecken – die sog. Produktkettenzertifizierung („Chain-of-Custody“). Eine weitere Maßnahme im Bereich der Lieferkette ist es, Transparenz darüber zu schaffen, wo Ihre Waren verarbeitet wurden und wo die dafür eingesetzten Rohstoffe herkommen.

 

4 | Produkt – Nachhaltige Angebote schaffen

Besitzt Ihr Unternehmen ein Umweltmanagementsystem, finden sicherlich schon Maßnahmen auf der Produktebene statt, wie zum Beispiel die Nutzung umweltfreundlicherer Verpackungen oder ein verändertes Produktdesign, um weniger Material einzusetzen. Damit setzten Sie bereits Maßnahmen für eine nachhaltigere Lieferkette um. Weitere Möglichkeiten sind veränderte Spezifikationen der (Vor-)Produkte, die Sie beziehen, oder kritische Materialien und Chemikalien durch Alternativen zu ersetzen, zum Beispiel bei Lacken, PVC, Weichmachern und Ähnlichem. Auch Produktinnovationen können die Umweltbelastungen in der Lieferkette reduzieren – und gleichzeitig neue Märkte und Kundengruppen erschließen. Zu guter Letzt kann das auch bedeuten, das Sortimentsportfolio zu ändern und besonders kritische Produkte nicht mehr anzubieten.

Die Broschüre ist ein Folgeprojekt des „Umweltatlas Lieferketten“ und wurde vom Bundesumweltministerium gefördert. Es flossen Erfahrungen von Praktiker*innen aus Interviews, Workshops bei IHKs, EMAS- und CSR-Netzwerken sowie aus der Beratungspraxis ein.

Sie wollen weiterführende Informationen? Kontaktieren Sie unsere Ansprechpartner zu diesem Gebiet:

Norbert Jungmichel

Norbert Jungmichel

Manager

+49 40 609 46 18 24

norbert.jungmichel@systain.com

Strategieberatung / Klima und Energie / Ressourceneffizienz / Unternehmensethik

Christina Schampel

Christina Schampel

Managerin

+49 40 609 46 18 54

christina.schampel@systain.com

Strategieentwicklung / Wirtschaftsrecht /  Sozialverantwortung / Risiko-Assessment

Weiterführende Studien, Veranstaltungen und Weiteres zu diesem Thema:

 

Die Zukunft der globalen Wertschöpfung (Scope 3)

Analyse zum Scope 3 Management der 350 größten börsennotierten Unternehmen der DACH-Region

 Verbesserung des Chemikalienmanagements in der Lieferkette

Trainingsprogramm in zentralen Produktionsländern

 Digitale Technologien für ein nachhaltiges Lieferkettenmanagement

Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung

Erfolgskonzepte für nachhaltige Lieferketten

Welche Wettbewerbsvorteile lassen sich davon realisieren?

… weitere Studien, Veranstaltungen und Online-Kurse finden Sie hier.